Nach den Wahlen kommt der Blues
Die Wahlschlacht ist vorbei, die Zettel sind ausgezählt, das Resultat ist da. Alle 4 Jahre – regelmässig wie Olympia – gibt es Sieger und Verlierer, Goldmedaille und knapp gescheiterte. Nach den Wahlen kommt bei einigen der Blues bei anderen die Sonne.
Demokratie kostet, und wer Geld hat, hat Macht. Wie viel Geld kostet wohl dieses Jahr ein Sitz im Stadtrat oder Gemeinderat? Dazu gib es doch auch den bekannten Spruch: «Mit einem Sack voll Geld kann man auch eine Kartoffel zum Bundesrat machen …» Werbung löst bei mir differenzierte Empfindungen aus. Werber vergessen oft, dass das gute Produkt und die gute Kundenbetreuung wichtiger ist, als eine grossflächige Werbekampagne. So ist das auch in der Politik. Nicht mit Slogans werden Wahlen gewonnen, sondern mit Taten vor den Wahlen. So ist es jedenfalls bei mir. Auch dieses Jahr wurde uns aus den Wahlprospekten vieles Versprochen. Nach den Wahlen müsste es uns und der Stadt darum prächtig gehen: «Mehr Arbeitsplätze», «mehr Umweltschutz», «mehr Grün», «bessere Bildung», «eine lebenswerte Stadt», ja gar «mehr Geld zum Leben» oder «attraktive Freizeitangebote» wurden propagiert. Wer glaubt schon der Werbung …Nach jeder Abstimmung und Wahl gibt es aber sichere Gewinner: Zeitungen konnten mit Inseraten die Seiten füllen, Werber und Grafiker konnten etwas kreativ werden und Druckereien konnten ihre Maschinen in Schwung halten. Und was bleibt uns? Vor allem viel Altpapier mit Wahlversprechungen. Gut gebündelt sind diese nachhaltig entsorgt. Auf dass wieder neue Wahlwerbung gedruckt werden kann. Die Wahlstrategen sind bereits in den Startlöchern. Apropos Recyling: Arme Filipinos verwenden alte Wahlplakate als Hausdämmung und machen aus Stoff-Transparenten Windeln für Babys.
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David Baumgartner, Kulturbauer





