Per Klick Babysitter «bestellen»
Babysitting24.ch und Petsitting24.ch sind in ihren Sparten führende Vermittlungsplattformen. Hinter beiden steht der ETH-Ingenieur Tom Stierli.
Seit einiger Zeit schon steht Tom Stierli nicht mehr hinter dem Tresen des «Tomtom» in der Metzggasse. Obwohl immer noch Mitinhaber der Sushi-Bar hat sich dem umtriebigen Jungunternehmer, der unter anderem auch Mitinitiant der Winterthurer Nachwuchskünstlerplattform «Jungkunst» ist, so ein neues Zeitfenster aufgetan. Dieses füllt er mit seinem jüngsten Projekt einem Vermittlungsdienst zwischen Kinderbetreuern und Eltern aus. «Als mich ein mir bekannter Familienvater und eine innovative Mutter auf die gemeinsame Idee einer Hütedienst-Plattform ansprachen, war ich sofort Feuer und Flamme», erinnert sich Tom Stierli. Insbesondere die Idee, nicht nur eine virtuelle Vermittler-Drehscheibe ins Netz zu stellen, sondern auch sozialen Aspekten gerecht zu werden, hat ihn gereizt. «Einerseits sind wir Arbeitsvermittler für eine vor allem jüngere Zielgruppe, gleichzeitig verhelfen wir Eltern indirekt zu mehr Freizeit», sagt Tom Stierli. Wie bereits bei «Jungkunst» steht für ihn der finanzielle Aspekt nicht im Zentrum: «Primär wollen wir einen Topservice bieten und kostendeckend funktionieren.»
Mausklick statt Zettel aushängen
Einnahmen generiert die unter dem Label Lemonfrog laufende Kleinfirma bislang einzig durch dreimonatige Abonnemente zu knapp 40 Franken, mit denen sich Eltern den Zugang zu den Babysitter-Profilen verschaffen können. Geo-
grafisch lässt sich das Angebot an Babysittern, Tagesmüttern, Au-pairs, Nannys oder Tierbetreuern unter Eingabe der Postleitzahl bis auf einen Umkreis von einem Kilometer eingrenzen. «Mit unserem Service fällt das mühsame Abklappern von öffentlichen Anschlagboards wie in Einkaufsläden weg», sagt Tom Stierli, zudem ersetze das Angebot die nachbarschaftliche Hilfsbereitschaft früherer Zeiten.
Mit ein paar Mausklicks können sich Arbeitswillige zudem mit Fotos, kurzen Angaben zur Person und Referenzen problemlos registrieren. Von diesem kostenlosen Dienst haben bislang über 2000 Personen Gebrauch gemacht, 99 Prozent davon weiblichen Geschlechts. «Natürlich haben Leute, die einen besuchten Babysitterkurs vorweisen können, bessere Vermittlungschancen. Ebenso werden vermittelte Personen von den entsprechenden Auftraggebern bewertet, ähnlich wie man es von verschiedenen Verkaufsplattformen her kennt», sagt Tom Stierli.
Schwarze Schafe herausfiltern
Gute Bewertungen sind gleichbedeutend mit grösseren Chancen auf Aufträge, gleichzeitig filtern schwache Bewertungen ungeeignete Betreuer raus. Denn dass «seine» Babysitter seriös arbeiten und andererseits die auftraggebenden Eltern faire Bedingungen anbieten, können Tom Stierli und seine Geschäftspartner nicht hundertprozentig garantieren: «Wir machen regelmässig Stichproben. Wenn sich beispielsweise ein 60-Jähriger als Babysitter anmeldet, dann fordern wir eine Leumund-Bestätigung an.» Verhandlungen über Lohn und Anstellungsverhältnisse laufen ausschliesslich zwischen den Babysittern und den entsprechenden Eltern, ähnlich wie bei Partnervermittlungsdiensten. «Grundsätzlich vermitteln wir nur die Kontakte, dazu stellen wir ein Forum als Gedankenaustausch-Ebene zur Verfügung», sagt Tom Stierli.
Betreuungsvermittlung im Internet: www.babysitting24.ch, www.petsitting24.ch







